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Räuchern, Stille und viele offene Fragen

Räuchern, Stille und viele offene Fragen - Eine Entdeckungsreise.

Räuchern ist für mich ein kleines Ritual.
Ein Weg in die Stille.

Ein paar Minuten, in denen der Alltag langsamer wird. In denen nichts verlangt wird. In der alles andere in den Hintergrund treten darf.

Ich habe diesen Moment lange dankbar angenommen und auch immer mehr in mein Leben integriert.

Und irgendwann dann immer stärker gemerkt:
Gerade weil mir dieser Moment so wichtig ist, möchte ich besser verstehen, was da eigentlich passiert, wie lange Menschen schon räuchern und auch was oder ob es belastbare Untersuchungen zum räuchern gibt.


Ich komme aus einer anderen Welt

Ich bin Ingenieurin.
Ich arbeite normalerweise mit Zahlen Systemen und klaren Zusammenhängen.

Wenn ich etwas plane, frage ich:

  • Was sind die Rahmenbedingungen?
  • Was passiert genau?
  • Und wo liegen die Grenzen?

Damit die spätere Funktion genau dem entspricht was ich erreichen will.

Räuchern passt auf den ersten Blick nicht in dieses System.
Es ist nicht klar definiert, hat dein Datenblatt und keine eindeutig bestimmte Wirkung. Und genau das hat meine Neugierde geweckt.

Denn wenn etwas über Jahrtausende hinweg praktiziert wird, wenn die Kirche das Räuchern in einigen Jahrhunderten exklusiv für sich beansprucht hat, wenn ein Duft wie Weihrauch und Myrrhe so lange genutzt wird – dann weckt das meinen Entdeckergeist und ich will genauer verstehen was dahinterliegt..


Die erste große Frage: Seit wann räuchern Menschen?

Auf eine Aussage bin ich ziemlich oft gestoßen und die war:
„Das haben Menschen schon immer gemacht.“

Dieses „war schon immer so“ ist gleich nach „Das geht nicht“ einer meiner Triggersätze. „Haben wir schon immer so gemacht“ begegnet mir gerne auch mal im Arbeitsumfeld und wie ich mich bei der Aussage dann meist frage ob es deshalb auch richtig ist, ob es heute immer noch der richtige Weg ist oder aus welchen Gründen entschieden wurde dies so zu tun,
frage ich mich bei „das haben Menschen schon immer gemacht“ was da dahintersteckt.

Was heißt „schon immer“?

  • Seit es kontrolliertes Feuer gibt?
  • Seit der Sesshaftwerdung?
  • Seit der Antike?

Und vor allem:
Woran machen wir das heute fest?

Und auch.
Warum wurde es getan?

Wenn wir über frühes Räuchern sprechen, bewegen wir uns zwischen archäologischen Fundstücken, Textquellen und späteren Interpretationen.
Nicht alles, was plausibel klingt, ist auch belegbar.

Ich habe also gerade Lust mich auf die Suche zu mache was ich so finde, zur Geschichte des Räucherns.


Was gilt überhaupt als Beweis?

In der Archäologie gelten drei Dinge als besonders wichtig, wenn es um frühe Räucherpraktiken geht:

  1. Gefäße oder Brenner, die eindeutig für das Verbrennen von Pflanzen oder Harzen geeignet waren
  2. Rückstände, also Harze oder pflanzliche Stoffe, die chemisch identifiziert werden können
  3. Zeitgenössische Texte oder Darstellungen, die den Gebrauch beschreiben

Erst wenn mehrere dieser Hinweise zusammenkommen, wird es belastbar.


Warum ich Geschichte vor Wirkung stelle

Oft wird heute sehr schnell über die „Wirkung“ des Räucherns gesprochen.
Über Reinigung, Klärung oder Heilung. Und ja, aus meinem eigenen Empfinden wirken Pflanzen jeweils auf ihre eigene Art und Weise.

Ich möchte hier trotzdem bewusst einen Schritt zurückgehen.

Bevor ich frage, was Räuchern bewirkt, möchte ich verstehen,

  • woher diese Praxis kommt,
  • in welchen Kontexten sie entstanden ist,
  • und welche Funktionen sie ursprünglich hatte.

Was ich unter Verstehen verstehe

Verstehen bedeutet für mich nicht, sofort Antworten zu haben. Es bedeutet für mich auch nicht alles bis in die letzte Tiefe nachvollziehen und durchforschen zu wollen.

Im Moment bedeutet es für mich Fragen zu stellen, nach Antworten zu suchen und manche Unsicherheit im Raum stehen zu lassen.

Ich weiß im Moment noch nicht:

  • welche Wirkungen sich wissenschaftlich sauber belegen lassen,
  • welche Effekte eher subjektiv sind,
  • und wo moderne Interpretationen im Vordergrund stehen
  • oder wo mich diese Reise überhaupt hinführt..

Aber ich weiß, daß ich gerade viel Lust habe mich dem Thema in all seinen Facetten zu nähern:

  • aus der Archäologie: Wo gibt es Funde dazu?
  • Aus der Mythologie: Wo taucht Räuchern in den Sagen auf?
  • Wissenschaftlich: Welche Untersuchungen gibt es dazu.
  • Aus der Welt der der Pflanzenkunde und der der Räucherbücher
  • Und offen für das, was nicht eindeutig beantworten läss.t

Eine Entdeckungsreise, kein Versprechen

Ich stehe am Anfang dieser Reise. Und genau das möchte ich hier teilen.

In den nächsten Wochen werde ich mich mit all dem beschäftigen.

Nicht mit dem Anspruch, Recht zu haben. Sondern mit ganz viel Neugierde und dem Wunsch, besser zu verstehen.

Räuchern hat mir Momente der Stille geschenkt. Jetzt schenkt es mir Fragen.

Genau darin liegt für mich sein Wert.